Die Ziele der Akademie
Die Akademie hat sich zum Ziel gesetzt, u.a. mit Hilfe der Rechtspädagogik Anregungen für die Gestaltung menschlichen Zusammenlebens in wichtigen Bereichen unserer Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu vermitteln. Dadurch sollen Gefährdungen der inneren Sicherheit, des Wirtschaftsstandorts Deutschland sowie der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Existenz der Bürger als entscheidende Grundlagen für ein funktionierendes, gesellschaftliches Zusammenleben im freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat entgegengewirkt werden.
Bildungsarbeit
Die Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik entwickelt mit Praktikern und Wissenschaftlern auf interdisziplinärer Basis zeitgemäße Konzepte für ein reibungsloses Zusammenleben. Dazu gehört auch die Rechtspädagogik, die seit dem WS 2006/07 an der Universität Cottbus gelehrt wird und nach und nach auch in das Lehrangebot anderer Universitäten aufgenommen werden soll.
Die Rechtspädagogik versteht sich als interdisziplinärer und ganzheitlicher Bildungs- und Erziehungsansatz für Kinder und Erwachsene auf der Basis internationaler Rechts- und Ethikgrundsätze, um auch in einer von Kulturenvielfalt und sozialen Herausforderungen geprägten globalen Welt mit anderen in friedlicher Nachbarschaft (über)leben zu können. Die Rechtspädagogik, die auch in der Kriminalprävention eine erfolgreiche Rolle spielt, reicht in „Theorie und Praxis weit in die Zukunft.“ (Prof. Dr. Dieter Rössner in seinem Vorwort zum Werkstattband „Rechtspädagogik. Von der Spaß- in die Rechts- und Verantwortungsgesellschaft.“ Berlin 2006, ISBN 3- 8334-3638-7). Sie ist ein, vielleicht der wichtigste Bildungs- und Erziehungsansatz für ein friedliches Zusammenleben im 21. Jahrhundert.“ (Dr. Lore Maria Peschel-Gutzeit bei der Eröffnung der Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik am 22.9.2006 in Cottbus).
Die entwickelten Konzepte werden an Multiplikatoren (s.u.), und im Rahmen von Jugendrechtshäusern direkt an junge Menschen, vermittelt.
Es wird auch gezielt darauf geachtet, bildungsfernere Bevölkerungsgruppen und Menschen am Rande der Gesellschaft zu erreichen.
Zur Bildungsarbeit gehören u.a.
- die Bildung und Erziehung zur Achtung des Anderen;
- die Bildung und Erziehung zur Mündigkeit;
- die Bildung und Erziehung zur Verantwortung, Toleranz und Empathie.
Zielgruppen: Multiplikatoren
Die Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik wendet u. a. sich an
- Lehrkräfte aller Schultypen im außerschulischen Bereich;
- Erziehende und sonstige Verantwortungsträger, die Kindern und Jugendlichen privat und/ oder beruflich politische Bildung, demokratische Verhaltensweisen, den Umgang mit Fremden sowie die Wahrung eigener und fremder Rechte wirksam vermitteln sollen (Eltern, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter, Jugendamts- und Jugendrechtshausmitarbeiter, Mitarbeiter aus dem sonstigen Kinder- und Jugendhilfebereich, Ärzte, Polizeibeamte und Juristen (Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte));
- Menschen, die an Schaltstellen der Kommunikation arbeiten und dort wichtige Multiplikatorenaufgaben wahrnehmen, wie etwa in den Medien, in Behörden, im Sozial- und im Gesundheitswesen, im Arbeitsleben, in der Wirtschaft;
Junge Menschen in peergroups (z.B. in Kinder- und Jugendparlamenten; Kinder- und Jugendmediatoren )
- Interessierte Bürger, die ehrenamtlich Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen wollen und bereit sind, sich am grundlegenden Werte- und Orientierungsdiskurs zu beteiligen.
Lernziele
Die Akademie für Rechtskultur und Rechtspädagogik verfolgt u.a. folgende Lernziele:
Vermittlung von
- Grundstrukturen der Demokratie und Möglichkeiten ihrer praktischen Anwendbarkeit für die o.a. Zielgruppen in Elternhaus, Kindergarten, Schule, Jugend(hilfe)einrichtung, Ausbildungsbetrieb, Arbeitsstelle, Wirtschaft, Justiz, Innen- und Außenpolitik, um die Mitwirkung an der Gestaltung einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschafts- und Staatsordnung von klein auf zu üben;
- Kenntnissen über Gesellschaft, Rechtsstaat und die zentrale Bedeutung des Rechts in der Mehrkulturengesellschaft des 21. Jahrhunderts einschließlich eines ethisch-moralisch hinterfragenden Rechtsbewusstseins;
- europäische und internationale Politik mit Schwerpunkt vergleichende Menschenrechts- und Grundrechtskunde – auf den praktischen Alltag projiziert zur Urteilsbildung darüber, dass das Recht in den wesentlichen Daseinsfragen für sehr viele Bewohner der Erde gleich ist und deshalb gesellschaftliche und politische Vorgänge und Konflikte schneller nachbarschaftlich gelöst werden können, als oft gedacht.
- rechtspädagogischen Grundkenntnissen für den Bildungs- und Erziehungsalltag zur Befähigung einer Bildung und Erziehung zum freiwilligen, rechtstreuen Verhalten, zu mehr Mitgefühl gegenüber Behinderten, älteren Menschen und Menschen anderer Kulturen sowie zur besseren Selbstentfaltung, um Pflichten und Verantwortlichkeiten sowohl gegenüber Mitmenschen, Gesellschaft und Umwelt beachten aber auch seine eigener Rechte und Interessen besser und (friedlich) wahrnehmen zu lernen.